Retail

Hyperpersonalisierung im Retail

January 1, 2026
5 min

Historisch gewachsene Insellösungen und fragmentierte Datenstrukturen erschweren es vielen Handelsunternehmen, das volle Potenzial moderner Hyperpersonalisierungstechnologien zu entfalten. Um den Anforderungen einer immer digitaler werdenden Welt gerecht zu werden, ist die Konsolidierung dieser Daten in einer einheitlichen Customer Data Platform (CDP) essenziell.

Von der klassischen Personalisierung zur Hyperpersonalisierung

Traditionelle Personalisierung greift auf grundlegende Daten wie Namen, Kaufhistorien oder demografische Merkmale zurück, um Marketinginhalte für spezifische Segmente zu erstellen. Ein klassisches Beispiel sind personalisierte E-Mails oder Produktempfehlungen basierend auf vorherigen Käufen.

Hyperpersonalisierung geht einen großen Schritt weiter: Hierbei werden Echtzeitdaten und künstliche Intelligenz genutzt, um maßgeschneiderte Erlebnisse zu schaffen. Diese berücksichtigen unter anderem den Standort, die Tageszeit, das aktuelle Surfverhalten und die individuellen Vorlieben der Nutzer:innen. Bestes Beispiel: Deine Amazon Startseite.

Dank KI-Technologie können Inhalte nun in Echtzeit und in unzähligen Varianten generiert werden. Diese Anpassungen orientieren sich nicht nur an den Vorlieben, sondern sogar an der aktuellen Gefühlslage der Nutzer:innen. Hyperpersonalisierung steigert das Kundenengagement, stärkt die Kundenbindung und wirkt sich direkt positiv auf den Umsatz aus.

Zwischen „cool“ und „creepy“: Chancen und Herausforderungen

So vielversprechend Hyperpersonalisierung ist, birgt sie auch Herausforderungen. Datenschutz, ethische Aspekte und das Vertrauen der Kund:innen spielen eine zentrale Rolle. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, strenge Sicherheitsstandards zu etablieren und sicherzustellen, dass personalisierte Erlebnisse nicht das Gefühl von Kontrolle oder Privatsphäre beeinträchtigen.

Studien unterstreichen die ambivalente Wahrnehmung von Personalisierung:

  • 80 % der Verbraucher:innen empfinden personalisierte Empfehlungen als „cool“.
  • 88 % der Gen Z sind überzeugt, dass KI das Online-Shopping durch relevante Angebote, Produktempfehlungen und persönliche Unterstützung verbessern kann.
  • Gleichzeitig findet fast die Hälfte der Befragten Echtzeitangebote, die auf aktuellen Aktivitäten basieren, „creepy“.
Artikelinhalte
Quellen @eMarketer

Was bedeutet das für Retail Media?

Hyperpersonalisierung eröffnet besonders im Bereich Retail Media neue Möglichkeiten. Mit KI lassen sich insbesondere digitale Maßnahmen optimieren und auf die nächste Stufe heben. Durch hyperpersonalisierten Content und die Nutzung von Echtzeitdaten können alle Berührungspunkte entlang der Customer Journey gezielt angesprochen werden. So entstehen nahtlose und relevante Erlebnisse.

Praktische Beispiele für Hyperpersonalisierung

  1. Click-and-Collect mit Echtzeit-Empfehlungen: Kunden, die ein Produkt online zur Abholung bestellen, erhalten personalisierte Angebote für passende Produkte, etwa Zubehör, die im Geschäft vorrätig sind.
  2. Standortbasierte Push-Benachrichtigungen: Läuft ein Kunde an einer Filiale vorbei, könnte die App mithilfe von Geofencing Rabatte auf zuvor betrachtete, aber nicht gekaufte Artikel anbieten.
  3. Digitalisierte Umkleidekabinen: Intelligente Spiegel oder Apps können passende Artikel basierend auf dem bisherigen Einkaufsverhalten vorschlagen, die direkt im Laden anprobiert oder bestellt werden können.
  4. Dynamische Lagerbestandsinformationen: Kunden sehen in Echtzeit, welche Filiale ein Produkt vorrätig hat, und können Abholtermine direkt über die App vereinbaren.
  5. Personalisierte Angebote beim Bezahlvorgang: Nach dem Online-Kauf erhalten Kunden Coupons für ergänzende Produkte, die nur in einer Filiale eingelöst werden können.

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