Retail Media

Transparenz dank Self-Service

January 1, 2026
7 min

Retail Media Netzwerke (RMNs) haben sich in den letzten Jahren zu einer zentralen Plattform für Marken und Agenturen entwickelt. Doch mit dem rasanten Wachstum und der zunehmenden Komplexität des Marktes wachsen auch die Anforderungen an mehr Transparenz, Kontrolle und Effizienz. In der Vergangenheit boten Managed-Services-Modelle eine einfache und bequeme Lösung. Doch die Ansprüche der Werbetreibenden und Agenturen haben sich weiterentwickelt und verlangen nach neuen Ansätzen.

Vom Managed-Service-Modell zum Self-Service

Das Managed-Service-Modell ist nach wie vor die erste Wahl für viele, aber es bringt auch eine große Undurchsichtigkeit mit sich. In diesen Modellen haben Werbetreibende nur begrenzte Einblicke in die tatsächliche Performance ihrer Kampagnen – oft wird im sogenannten „Black-Box“-Modus gearbeitet. Die Entscheidungsträger sehen nur die Ergebnisse, aber nicht die Details, wie diese zustande kamen.

Mit steigenden Budgets und immer komplexeren Kampagnen wird dieses Modell jedoch zunehmend hinterfragt. Werbetreibende und Agenturen verlangen tiefere Einblicke, mehr Kontrolle und die Möglichkeit, ihre Kampagnen detailliert zu optimieren. Das klassische Managed-Service-Modell, das oft auf kurzfristige Gewinne für den Einzelhändler fokussiert war, berücksichtigt häufig nicht die langfristigen Ziele der Werbetreibenden. Hier kommen Self-Service-Plattformen ins Spiel, die den Weg in eine transparentere und flexiblere Zukunft ebnen.

Werbetreibende und Agenturen fordern mehr Transparenz

PepsiCo, einer der größten Player im Bereich Retail Media, geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert eine Standardisierung der Retailer – ganz im Stil der großen digitalen Werbeplattformen wie Google oder Meta.

Ram Krishnan, CEO von PepsiCo North America Beverages, betonte, wie wichtig es ist, die Werbewirkung über alle Phasen des Verkaufstrichters hinweg klar messbar zu machen. Werbetreibende wie PepsiCo verlangen den Zugang zu detaillierten Daten und Integrationsmöglichkeiten, um ihre Kampagnen effizienter steuern zu können.

Dieser Ruf nach mehr Transparenz betrifft nicht nur die Sichtbarkeit der Kampagnenperformance, sondern auch die Art und Weise, wie Mediabudgets eingesetzt werden. Werbetreibende und Agenturen wollen sicherstellen, dass ihre Investitionen nicht nur kurzfristige Umsatzsteigerungen für Einzelhändler fördern, sondern auch langfristig mit den übergeordneten Zielen ihrer Marke harmonieren.

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© mimbi.io

Vorteile von Self-Service-Plattformen

Für Retailer:

  • Skalierbarkeit: Self-Service-Plattformen ermöglichen es, eine größere Anzahl von Werbetreibenden zu betreuen, ohne dass die Betriebskosten exponentiell steigen. Automatisierung und vereinfachte Prozesse steigern die betriebliche Effizienz.
  • Zugang für kleinere Marken: Niedrigere Mindestbudgets und benutzerfreundliche Oberflächen machen Werbung für kleinere Marken und Drittanbieter zugänglicher.
  • Agenturfreundlichkeit: Die Verwaltung mehrerer Kundenkonten wird für Agenturen vereinfacht, was die Arbeit für sie optimiert.

Für Werbetreibende und Agenturen:

  • Mehr Kontrolle und Flexibilität: Werbetreibende und Agenturen können ihre Kampagnen nach eigenen Wünschen erstellen, anpassen und in Echtzeit optimieren, ohne auf externe Dienstleister angewiesen zu sein.
  • Kosten-Effizienz: Werbetreibende können auf teure Managed-Services verzichten und ihre Budgets direkt und effizient verwalten.
  • Daten und Analysen: Self-Service-Plattformen bieten detaillierte Leistungskennzahlen und tiefgehende Einblicke in die Kampagnenperformance, was eine kontinuierliche Optimierung und schnelle Anpassungen ermöglicht.

Der Trend zu mehr Selbstbedienung und Transparenz

Der Trend zu mehr Selbstbedienung und Transparenz in den Retail Media Netzwerken wird sich auch in den kommenden Jahren weiter verstärken. Retailer entwickeln sich zunehmend zu datengestützten, komplexen Plattformen, die Werbetreibenden und Agenturen eine präzisere Zielgruppenansprache und eine effektivere Kampagnenverwaltung ermöglichen.

Für Retailer wird es zunehmend entscheidend, den Spagat zwischen der Maximierung ihrer Einnahmen und der Schaffung echter Werte für Werbetreibende zu meistern. Der Weg hin zu mehr Transparenz und Selbstbedienung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und könnte die Dynamik zwischen Einzelhändlern und Marken langfristig neu definieren.

Es sollte jedoch nicht unbeachtet bleiben, dass maßgeschneiderte Lösungen in Zukunft vor allem von den größten Retailern in Deutschland angeboten werden. Kleinere Einzelhändler werden sich langfristig den großen Self-Service-Plattformen anschließen müssen, um im Wettbewerb bestehen zu können.

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